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Vorschau auf Samstag, den 24. Juli 2010
Vorschau

Eröffnung der Derby-Woche mit den Stuten


4 Vorläufe mit 28 Stuten zum „Arthur-Knauer-Rennen“ als Herz der 14-Rennen-Karte am Sonnabend – Buntes und abwechslungsreiches sportliches Programm als Rahmen



Anky Kievitshof, eine der Arthur-Knauer-Favoriten        Foto: www.traber-fotos.de


Lesen Sie hier die Vorschau auf unsere große Veranstaltung am Samstag, die wir an dieser Stelle mit freundlicher Genehmigung des Autors Carsten Borck und des Fachmagazins TraberWelt veröffentlichen.


Erstmals sind Vor- und Endläufe der Derbys zeitlich getrennt. Bereits am Sonnabend trennt sich bei den Stuten die Spreu vom Weizen, wenn es darum geht, die Nachfolgerin von Kataja zu werden. Diese könnte im übrigen aus Bayern kommen, denn in den vier Vorläufen sind die Gäste aus dem Süden gut vertreten. Da sich mit Finca die möglicherweise beste Stute für das „große Derby“ entschieden hat, ist die Sache auf jeden Fall offen, auch wenn nach frischen Eindrücken die gewinnreichste Teilnehmerin im Vorfeld, Anky Kievitshof, eventuell leicht zu favorisieren ist, doch das Schöne am neuen Modus: Über die Favoritinnen lässt sich dann eine ganze Woche trefflich diskutieren.

Die Vorläufe zum „Arthur-Knauer-Rennen“ sind eingebettet in ein wahrlich buntes Programm, das mit dem ersten Start schon um 13 Uhr beginnt. Der Startschuss zur „digibet.de-Derby-Woche“ erfolgt mit einer recht undurchsichtigen Prüfung der Anfängerklasse, in der sich Pferde aus der ganzen Republik dem Hauptstarter stellen, dazu kommt mit Aoraki Montana die niederländische Note, die natürlich an den Derbytagen wieder einmal sehr stark sein wird. Obwohl Vor- und Endlauf des Stutenderbys an verschiedenen Tagen stattfinden, wird auch am Eröffnungstag schon ein Finale stattfinden. Das „Derby-Duell Nachwuchs vs Lehrmeister“ hat zunächst zwei Vorentscheidungen, ehe das mit 5.000 EUR dotierte Finale an 12. Stelle ansteht. Der Nachwuchs könnte vor allem auf Robbin Bot bauen, der den überlegen siegreichen Louis Vuitton als Favoriten im 3. Rennen an den Ablauf bringt. Andy Dähn mit Lady Shogun und die talentierte Luisa Ehrig aus Hamburg mit Yoran Frisia werden sich nicht kampflos geschlagen geben und natürlich vor allem auch einen Platz im Finale anstreben. Was auch für Sandra Lutz aus Bayern mit Zefanja gilt. Die „bewährten Kräfte“ sitzen im anderen Vorlauf im Wagen. Da ist Josef Franzl mit Shetan Casei der Gemeinte. Der Hengst zählt in Österreich zur Jahrgangsspitze und sollte seine zuletzt unterbrochene Siegesserie wieder aufnehmen können. Doch der Berlins Champion Manfred Zwiener anvertraute Meringo Star ist das, was man salopp als „Mörder“ bezeichnet und was er jüngst dokumentierte, als er einen Seriensieger zertrümmerte. Gleiches tut auch Goetmals Best gern mit der Konkurrenz, wenn sich der Schützling von Roland Hülskath nicht selbst im Weg steht und springt.

Danach aber grassiert erstmals Derbyfieber. Die zuletzt erstmals vor Ort von Anky Kievitshof im „Buddenbrock-Stutenlauf“ bezwungene Gondolin ist mit Detlef Fleischer im 1. Vorlauf zu favorisieren. Die aus neuem Quartier herausgebrachte Jaquelin, von der gute Trainingsleistungen berichtet werden, wird mit Heinz Wewering versuchen, den ersten bayerischen Sieg im Verlauf des Stutenderbys zu verhindern. Die Jauß-Stute Kamina hat sich als frische Siegerin in Hamburg ebenfalls wieder ins Gespräch gebracht, Roland Hülskath ist der Partner. Im 2. Vorlauf ist die von Helmut Biendl trainierte Almasi nach dem Sieg über Anky Kievitshof sicher die logische Favoritin, zumal der Startplatz „1“ stimmt. Ob ein Treffer allerdings gen Bayern verbucht werden kann, darf diskutiert werden, ist die Abano As-Tochter doch ein Produkt des Gestütes Stormy Horses, das an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste belegen ist. Der 2. Vorlauf sieht absolut lösbar aus, so dass es vielleicht nur noch um die Frage des Ehrenplatzes zur Favoritin geht. Vin Race mit Uwe Zevens, die frische Siegerin More Muscles mit Thomas Panschow, Irancy mit Roland Hülskath und Impala Jaycee in der Hand von Josef Sparber zählen zur breiten Gruppe dahinter. Im 3. Vorlauf hat Heli Biendl wiederum die Favoritin zur Hand, denn Inara canterte in sehenswerter Manier die Gegner zuletzt in Straubing ab. Die in den Berchtold-Farben laufende Jillis Joker-Tochter muss wohl vor allem auf drei weiter im Westen vorbereitete Gegnerinnen achten. Angelique Transs R überbot im „Buddenbrock-Stutenlauf“ erstmals mit Heinz Wewering als Dritte alle davor gezeigten Leistungen, Nefertiti siegte beim zweiten Start souverän, die Schwester der Vorjahreszweiten Nice Dream wird von Roland Hülskath gelenkt. Und schließlich ist Hugo Langeweg jr. zur Stelle und bietet die 2-jährig zweimal auf höchster Ebene geprüfte Lady Maud auf, die auch zuletzt im „Diamond Way-Stutenlauf“ ordentlich abschnitt. Auch im 4. und letzten Vorlauf ist Heli Biendl bestens bestückt, denn Jitanes fiel nach ihrem Doppelschlag als Vierte bei der ersten Lebensniederlage kein Zacken aus der Krone. Doch schon im „Buddenbrock-Stutenlauf“ musste die Varenne –Tochter die Dominanz von Anky Kievitshof anerkennen. Die von Robbin Bakker gesteuerte Stute hat bis auf eine Dis-Form Anfang Mai immer den ersten oder zweiten Platz belegt. Der Erfolg bei der Generalprobe macht sie vielleicht nicht nur im Vorlauf zur Vorausfavoritin. Aus dem nun endlich in Schwung kommenden Jaußlot ist Indikid mit von der Partie. Roland Hülskath fährt die Stute, die 2-jährig eine Entlastung der „Breeders Crown“ gewinnen konnte. Und kein Derby ohne Peter Strooper. Alabama Kievitshof ist ein unbeschriebenes Blatt, doch wenn Strooper ein Pferd verlädt, dann ist es nie chancenlos.

Unser Tipp des Tages läuft im Viererwett-Rennen an 5. Stelle. Gegen 12 Konkurrenten soll sich Wings Summerland mit dem aktuellen Siegfahrer im österreichischen Derby, Josef Sparber, behaupten können. Die dänischen Formen untermauerte der Wallach als Doppelsieger in Pfaffenhofen. Die Platzhirsche Hamiro Sebarg mit Daniel Wagner und Byron mit Kevin Brunner werden sich ebenso wenig kampflos ergeben wie der Holländer Wico Toscana , den Joop Pool aufbietet. Bei den Amateuren kann man sich auf ein in diesem Jahr noch ungeschlagenes Pferd freuen. Marian Tux startet Rubinus, der in Straubing als 12:10-Favorit seine Gegner verlor und nun sechsmal en suite in diesem Jahr auf Erfolgskurs segelte. Christian Schulz aus Hamburg wird mit der frischen Siegerin Tres Jolie alles versuchen, was auch für Karate Kid Diamant und Andreas Schwarz gilt. Bei den „Ladies“ an 11. Stelle sieht die Sache ganz anders aus, denn hier sucht man einen Favoriten vergebens, da stellt sich eher die Frage, wer denn keine Chance hat auf den Sieg. Ein aus den Bändern gestartetes Trabreiten sieht reitermäßig alles am Ablauf, was Rang und Namen hat. Bei den Vierbeinern verdient natürlich Saisonrekordler Viking Furniture erste Erwähnung, der in Hamburg kaum glaubliche 1:13,8 auf die Piste trommelte. Nick Hollenberg reitet den Wallach, der es mit den Spezialisten Jolimede (Silvia Raspe) und Dylan Voyager  (Melanie Fleschhut)  zu tun bekommt. Dylan Voyager ist im Süden der Republik unter dem Sattel kaum schlagbar, während sich Jolimede sogar zweimal in Frankreich in der Disziplin des Reitens versuchte.

Ein Siegjackpot von 1.000 EUR wartet zum Schluss, hier könnte man mit der in diesem Jahr bei drei Auftritten in Karlshorst unbezwungenen Sandra Way gehen, doch Vorsicht: Es sind viele Gegner mit von der Partie, die für den Sieg in Frage kommen, Freunden von Heinz Wewering sei Daily Mirror ans Herz gelegt, der glattgehend genug kann.
cb