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Vorschau auf Sonntag, den 25. Juli 2010
Vorschau

Sonntag: Vier Derby-Vorläufe und Topbesetzung im Charlie-Mills-Rennen


29 „Männer“ und Finca als einzige Stute wollen die Derby-Finalqualifikation – Superstar Unforgettable muss im Charlie-Mills-Rennen stärksten Konkurrenten bis zu 40 Meter Vorgabe leisten – Jackpots, Gewinnspiele und Prämienausspielung



Velten Couture und Hans Joachim Tipke             Foto: www.traber-fotos.de

Lesen Sie hier die Vorschau auf unsere große Veranstaltung am Sonntag, die wir an dieser Stelle mit freundlicher Genehmigung des Autors Martin Fink und des Fachmagazins TraberWelt veröffentlichen.


Der Sonntag vor dem Traberderby war traditionell der Einstieg in die Derbywoche. Doch in diesem Jahr ist in Mariendorf alles anders, die „tollen Tage“ haben schon 24 Stunden vorher mit den Vorläufen zum Arthur Knauer-Rennen begonnen, und ein exquisit besetztes Charlie-Mills-Rennen ist am Sonntag nicht mehr der alleinige Höhepunkt, sondern zusammen mit vier Derbyvorläufen Garant für einen Renntag, dem es qualitativ und quantitativ an nichts fehlt.


30 Pferde bewerben sich um die zehn Tickets fürs Finale zum 115. Traberderby, das erstmals seit Bestehen der Ausscheidungen nicht am selben Tag, sondern erst eine Woche später entschieden wird. Grund für diese viel diskutierte Änderung des Modus war die Zusammenarbeit mit den  Franzosen, die das Derby auf ihrem Rennsportsender Equidia zeigen und -wirtschaftlich noch viel wichtiger- auch bewetten lassen. Dazu ist es im Nachbarland aber unerlässlich, das Starterfeld Tage und nicht nur Stunden vor dem Ereignis zu kennen.

Wie schon am Tag zuvor bei den Stuten ist Roland Hülskath auch im „großen“ Derby in allen vier Vorläufen vertreten. Gleich in der ersten Vorentscheidung kann sich der Silberhelmträger und diesjährige Championatsfavorit gute Aussichten ausrechnen, denn Picasso blieb im Buddenbrock-Rennen trotz eines Reifenschadens bis zuletzt an den Erstplatzierten dran. Dort nur hauchdünn bezwungen war Velten Couture, der deshalb Favorit werden könnte, aber auf zwei Gäste achten muss: Hugo Langeweg bietet mit Amoor Kievitshof einen Wallach auf, der bei vier Saisonstarts nur einmal nicht gewann, und der dänische Trainer Steen Juul hat seinem Catchdriver Heinz Wewering im Vorfeld nur Gutes über seinen Schützling My Muscles Yankee berichtet.


Im zweiten Vorlauf tritt mit Finca die einzige Stute unter den 30 Endlaufkandidaten an. Drei in bester Manier erzielte Siege stehen für die Vibelzee-Vertreterin zu Buche, die in Norwegen über die Meile nicht zurecht kam und auch im Buddenbrock-Rennen an ihrem bisherigen Manko, dem relativ schwachen Eintreten, scheiterte. Trotzdem sollte Hugo Langeweg in der Lage sein, gegen den eindrucksvollen Buddenbrock-Entlastungssieger Mary's Boy (Robbin Bot) und den immer gut laufenden Victory Love (Roland Hülskath) gewinnen zu können.

Ausgeglichen ist der dritte Vorlauf besetzt. Michael Nimczyk hofft auf Garant, das einzige Derbypferd des Goldhelms, und auf einen besseren Rennverlauf als im Buddenbrock, wo der finnische Hengst außen herum unter Wert geschlagen war. Als etwa gleichrangige Gegner bieten sich der frische Gelsenkirchener Sieger Sahir (Heli Biendl) und der in der Buddenbrock-Entlastung stark verbessert vorgestellte Baron W. (Michael Schmid) an, denen Golden Sunlight (Heinz Wewering) oder Armando Kievitshof (Cees Kamminga) kaum nachstehen.

Die meiste Klasse kommt im vierten und letzten Vorlauf an den Start, wo Buddenbrock-Sieger Unikum (Heinz Wewering), der bei der Generalprobe endlich einmal überzeugende Baltimore As (Roland Hülskath) und Winterfavorit Super Neo (Thomas Panschow) aufeinander treffen und ein schnelles Rennen produzieren müssen, damit auf jeden Fall auch der Drittplatzierte über die Zeit mit ins Finale kommt.


Auf eben dieses Finale muss man im Charlie Mills-Rennen nicht Tage, sondern nur wenige Stunden warten. „Allein gegen alle“ lautet das Motto für Unforgettable, der diese Prüfung vor zwei Jahren in überragender Manier gewann und nach einem kleinen Tief aktuell wieder in Topform ist. Zweimal siegte der Derbysieger von 2005 mit Erik Adielsson in Skandinavien. Letzte Woche entwickelte er in Enghien viel Pech, als er nicht frei kam und äußerst unglücklich ein besseres als das sechste Platzgeld verpasste. Mit fast 750.000 € Gewinnsumme hat der diesmal wieder von Trainer Arnold Mollema pilotierte Hengst weitaus mehr Geld auf sein Konto gebracht als die übrigen 17 Kandidaten, die sich in den beiden Vorläufen beim Bänderstart einfinden, zusammen. So darf es nach Ausrechnung beinahe kein Verlieren für den Superstar geben, obwohl 40 Meter Zulage erst einmal aufgeholt werden müssen und einige der gewinnärmeren Konkurrenten wie Yassin Boko (Tom Kooyman), Berlin-Heimkehrer Connery (Joakim Lövgren) oder Perl's Fortune (Gerhard Biendl) über viel Klasse verfügen. Auch im zweiten Vorlauf wartet mit Top of the Rocks (Gerhard Biendl), Wim Robel (Tom Kooyman), Victor Bas (Rob de Vlieger) und anderen alles andere als „Laufkundschaft“.

Das Rahmenprogramm an diesem mit 14 Prüfungen erneut pickepacke vollen Nachmittag hat jede Menge sportliche und finanzielle Anreize zu bieten. Im G4-Rennen wartet ein Jackpot von fast 5.000 €, zu einer Volksquote wird es in der Königswette bei 14 Startern und einer recht ausgeglichenen Besetzung sicher nicht kommen. Knifflig stellt sich für die Wetter auch das Rennen der Zweijährigen dar, die außer Qualifikationsleistungen und „Wasserstandsmeldungen“ aus den Quartieren naturgemäß wenig Vergleichsmöglichkeiten bieten, doch können sich die Siegwetter hier dank eines 2.000 €-Jackpots bedenkenlos etwas „breiter“ aufstellen. Ein solcher Jackpot wird auch zum Abschluss des Tages dazu beitragen, dass Seriensieger Diego Guapa (Tom Kooyman) den ein oder anderen Punkt länger steht als sonst.