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Vorschau auf Donnerstag, den 29. Juli
Vorschau

Der Derby-Donnerstag


Vorentscheidungen zur Deutschen Amateur-Meisterschaft und zum Shooting-Star-Cup




Die Brandt-Sieger Jörg Hafer und Bronco Be sind bei der DAM mit dabei
Foto: www.traber-fotos.de
  

Lesen Sie hier die Vorschau auf unsere große Veranstaltung am Donnerstag (ab 17.30 Uhr), die wir an dieser Stelle mit freundlicher Genehmigung des Autors Carsten Borck und des Fachmagazins TraberWelt veröffentlichen.


Der dritte Tag der Derby-Woche ist ein weiterer Tag der Vorentscheidungen, denn sieben der 13 Prüfungen sind Vorläufe zur „Deutschen Amateurmeisterschaft“ oder zum „Shootingstar-Cup“. Während sich am „Signal Iduna-Renntag“ allein 36 Gespanne um die Finalqualifikation für den „Shootingstar-Cup“ bewerben, sind es sogar 46 Paare, die in das große Finale zur „DAM“ wollen.

Das hochklassige Programm am Donnerstagabend wird abgerundet durch interessante Rahmenrennen und ein hochklassig besetztes „Trial“ zum „Vierjährigen-Marathon“ um 10.000 EUR an 5. Stelle des Programms. Hier werden sich 15 Pferde hinter dem Auto versammeln, um die 2500-Meter-Distanz in Angriff zu nehmen. Eine ungemein ausgeglichen und interessante besetzte Partie ist mit einer Viererwette garniert, weshalb eine lukrative Quote so oder so garantiert sein dürfte, selbst wenn sich der vorab leicht zu favorisierende Candles N Caviar mit Dion Tesselaar durchsetzen sollte, denn dahinter gibt es nicht nur wegen der 14 Gegner rechnerisch viele Möglichkeiten.

Vieles wird vom Rennverlauf abhängen, zumal die weiteren „gemeinten“ Pferde die schlechten Startplätze haben: Der imponierend siegreiche Making Moves, Berlins Hoffnung Titan Lad, der nur von Louis Vuitton geschlagene Zycknit, die formstarke Mayrose und der keiner Auseinandersetzung aus dem Weg gehende Come on Bo stehen in der 2. Reihe. Vielleicht muss man sich da mit der „Kirchenmaus“ befassen, denn der gewinnärmste Teilnehmer Arathorn hat einen feinen Startplatz und eine mehr als gute Siegform mit Heli Biendl aufzuweisen. Zero Sugar, der Josef Franzl anvertraut wurde, verpatzte seine Generalprobe vor Ort und sprang nach zwei Fehlstarts entnervt weg. Viel besser als der Formenspiegel ist Fairground, der viel Speed gehen kann, und auch der in diesem Jahr noch sieglose Unesco Brodde ist nach passendem Verlauf gut genug. Hoch ist die Wertschätzung im Quartier von Willtakeachance, doch die Trauben in einem Klassefeld hängen hoch, zumal auch die übrigen Teilnehmer keine Statisten sind.

Im „Shootingstar-Cup“ ist es zunächst an Mystic Chip, eine Scharte auszuwetzen, als er mit Cees Kamminga die erste Niederlage seiner Laufbahn hinnehmen musste. Der Berliner Seriensieger Elite Aggerup mit Benjamin Hagen und Gerd Biendl mit Johnny be good könnten an 4. Stelle die Hauptgegner sein. An 7. Stelle dürfte der Weg zum Sieg nur über Lavinium SAS führen, dessen Streichformen entschuldigt sind. Mit Hans-Joachim Tipke scheiterte er auf dem welligen Grasgeläuf in Hamburg-Horn, davor war er Fehlstarts zum Opfer gefallen, doch Benotti hat mit Josef Sparber hier letztes Wochenende siegreich geprobt. Noch ungeschlagen ist Zeus Zeus HB mit Roman Spengler im 3. Vorlauf an 11. Stelle. Light of Europ dagegen kassierte mit Gerd Biendl gerade eine Niederlage, doch mit Rekord fiel diese nicht herbe aus. Eine harte Selektion steht bevor, das Finale dürfte dann ein weiterer sportlicher Leckerbissen der Derby-Woche werden.

Das gilt natürlich auch für die „Deutsche Amateurmeisterschaft“, die mit 4 Vorentscheidungen in die erste Runde geht. Karin Walter-Mommert hat sich den Titel eines „DAM“ bereits sichern können, und in diesem Jahr hat sie gleich zum Auftakt eine scharfe Waffe zur Hand, denn Barbara Ann steht nicht nur günstig im Rennen, sondern auch im ersten Band und hat überdies eine Topform vorzuweisen. Wer den 1. Vorlauf an 2. Stelle gewinnen will, muss dieses Gespann aus dem Feld schlagen. Mit Höchstzulage versucht das Bernard Johnston mit Earl HBD, während das erste Zulagenband vier starke Vertreter ins Rennen entlässt, Ion Diamant und Andreas Schwarz sind hier vielleicht das stärkste Pärchen einer insgesamt sehr ausgeglichen besetzten Partie.

Einer der zahlreichen Sieg-Jackpots wird im 2. Vorlauf ausgeschüttet, wo sich eine Wette auf die „Weltchampionesse“ empfiehlt, denn der Rita Drees anvertraute Let the music play kommt mit einem nahezu makellosen Formenspiegel an die Spree. Jörg Hafer darf die zuletzt mit einem Tempolauf hinkommende Royal Justina aus dem 2. Band in die Schlacht schicken, während der fast bis auf den letzten EUR noch gerade ins 3. Band passende „Schwede“ Alien’s Kiss sich mal wieder in seiner Heimat vorstellt, der „reaktivierte“ Christian Schulz nimmt die Fahrleine in die Hand, seine Form könnte nach der Fahrpause kaum besser sein.

Auch im 3. Vorlauf , dem 8. Rennen, wird das erste Band womöglich den Sieger stellen, denn der bei zwei Starts in diesem Jahr noch ungeschlagene German Bellini mit Heinrich Berger ist ebenfalls dort postiert wie Seriensiegerin Jamaica Diamant mit Anke Börnig und das bayerische Erfolgspferd Medhufushi. Marian Tux fährt einen Kandidaten, der von 15 Starts 13 siegreich beenden konnte 2009/2010. Da wird es für Bronco Be mit Jörg Hafer nicht leicht, doch mehr als 19.000 EUR hat der „Fritz-Brandt-Sieger“ schon auf die Habenseite in diesem Jahr geschafft. Mit Wings of Crown stellt sich ein letztjähriger Derby-Vorlaufsieger im 4. und letzten Vorlauf in der Hand von Peter Platzer wieder vor. Marie Lindinger baut hier auf Winning Love und sollte ebenso das Finale im Visier haben dürfen wie Hans-Jürgen von Holdt, der sich mit Rower You gut versteht, aber 40 Meter aufholen muss.

Da auch die übrigen Rennen des Abends nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ bestens bestückt sind, lässt sich mit Fug und Recht behaupten, dass auf der Piste ein sportliches Feuerwerk abgebrannt werden dürfte, bevor am Ende des Renntages dann ein tatsächliches den Abend beschließen wird.